Jeder Tag wird dem Widerstand gewidmet.
Ehrenvoll, überlassen, bis zum Würgen.
Und Wehe, wehe Dir, Du widersetzt Dich.
Nicht nur, auch oder, oder aber.
Aber wieso,
ist keine Frage der Ehre
oder des Zeitvertreibs.
Eher Würde, als eher Ehre
oder eher doch nur Unterhaltung,
die der Tag bunkert,
der bei deinen Gedanken verschwendet wurde?
Aber schön.
(Nummer 27 aus 365, 2013)
>Alles rieselt hindurch
nichts bleibt zurück
keine Spur kein Indiz
von der Welt auf Hoffnung
der Lüge im Fleiß
der Dankbarkeit
Bemühung hängt wie Schadstoff
in den Zeilen
doch nur die Worte bleiben
Nur Mut und Maß
vertraut
wagen den Blick zurück
(Nummer 26 aus 365, 2012)
>Niemand fällt und steht
aufrecht zugleich
wie Schuld es kann
voll Würde und los
zugleich gelöst verblichen
im dreisten Vortrag
im kleinsten wahr
Niemand ist so, niemand.
(Nummer 24 aus 365, 2012)
Luftschlösser haben statische Vorteile,
gerade gegenüber Traumschlössern.
Sowohl den echten,
als auch den nicht echten.
Denen aus den Träumen,
kann man nicht vertrauen.
Die halten sich an nichts.
Gerade wenn es darauf ankommt,
kurz vor dem aufwachen.
Dann ist links mal rechts,
oder unten,
oder oben,
oder beides,
oder nichts.
Luftschlösser haben da Vorteile,
nicht nur statische, auch flexible.
Und die echten Traumschlösser,
sind nicht der Rede wert.
Allein die Unterhaltskosten…
(Nummer 21 aus 365, 2012)
>Die Tage haben nichts zu bieten
jeder einzelne tut nur so.
Alles was sie geben ist gebraucht.
Alles was sie geben wurde schon geliebt.
Jeder Hass und Zorn ist abgewetzt.
Die Tage sind nur für sich
sie drehen sich ohne Schwindel
auch das ist ein Betrug
ein kleiner Teil der Geisterbahn
die wir nennen Jahr um Jahr.
(Nummer 24 aus 365, 2012)
>Wenn ich beim abschreiten der Straße,
jeden Schritt für jeden Schritt eintausche.
Wenn ich beim abschreiten der Straße,
die Luft einsammle und eintausche,
bekomme ich für jeden Schritt
mehr und mehr,
als ich in einem Jahr verdiene.
Abzüglich der Steuern,
die zahlt man immer.
(Nummer 21 aus 365, 2011)
>Lass sie fließen
Dämme errichten sie,
Wegsperren und Zoll.
Wir werden erhoben
zum Glück,
bis niemand mehr muss.
Lass sie fließen
Lass sie fließen
Lass sie fließen
Niemand kann dir
ein Glas Wasser reichen.
(Nummer 20 aus 365, 2011)
>Nimm mich hin,
verteidige mein Antlitz
vor meiner Missachtung.
Voller Sturheit,
bring ich Dich um
Deinen Verstand.
Aus Selbstschutz
und Größe.
Ob es passt oder nicht.
Also nimm mich hin,
ertrage das Gewicht
meiner Vorwürfe.
Ziellos, haltlos,
voller Furcht und Güte.
Einfach doof.
(Nummer 19 aus 365, 2011)
>Deine Einsamkeit ist der Kuss,
den ich hoffe jeden Tag zu spüren.
Deine Tränen benetzen meine Zunge,
retten mich vor dem sicheren Tod.
Dein Kummer ist die Fürbitte,
die ich brauche um an mich zu glauben.
Denn nur im Leid versichert sich
unsere Liebe vor dem Grauen guter Tage.
(Nummer 18 aus 365, 2011)
>Nimm mir nichts aus meinem Herzen,
lass mir meine Sprache, lass ab und zu
etwas aus meiner Welt fliehen. Nur jetzt
und wir können einen Vertrag schließen,
der mich befreit, vom Wunsch und Zwang,
alles von dir in meinem Herzen zu fangen.
(Nummer 14 aus 365, 2011)
>Einfachheit steckt im Detail.
Glaubst Du mir nicht?
Ich versuch es Dir zu erklären.
Liebe stellt keine Fragen.
Wieso ich das glaube?
Ich versuch es Dir zu erklären.
Traurigkeit kommt und geht.
Wer glaubt daran?
Ich kann es Dir nicht erklären.
(Nummer 16 aus 365, 2011)
>Blutrote, plastinierte Lippen.
Verzweifeltes Suchen,
nach Nähe, nach Berührung.
Nachlässig lässig, verflucht
zur Liebe, anziehend und kalt.
Entsetzlich versteckter Moment.
Enttäuschend, ausgeliefert,
hilflos und misstrauisch.
Fassungslos vorwärts tastend,
weiter und weiter. Den Schein
hinwegwaschen, voller Gier.
(Nummer 15 aus 365, 2011)