Ich möchte das es regnet,
ich möchte hören wie der Regen gegen die Scheiben schlägt,
wie die zarten durchsichtigen Tropfen an der Scheibe zerplatzen.
Dabei sollte ich frieren.
Ich sollte spüren, wie das Gewitter seine kalten Klauen
durchs Fenster fest um meinen Hals legt und zudrückt,
mir die Gänsehaut aus dem Leib presst,
damit ich fühle,
damit ich spüre, wie sicher die Machtlosigkeit ist
und wie unsicher der Erfolg.
Aber hier drin ist es viel zu warm
und das Wetter weint keine Träne um meine Träume.
Nie passiert mir etwas Gutes.
(Nummer 11 aus 365, 2011)
>(Quelle: deadwriters)
Der Supermarkt hat bis um zehn auf.
Die Musik, die ich in meinen Kopf zwinge
ist die Atemmaske für meine Augen.
Der Feierabend der Angestellten, wird
nur von den Öffnungszeiten gestört.
Junge Mitarbeiterinnen, klimpern herum
auf gemeinsam verstimmten Instrumenten,
füllen Regale mit auf Haut gemalten Jeans
und plappern, vom plappern der Plapperer.
Der Filialleiter steuert seine Wünschelrute
durch die feuchten Auslagen. Sein Blick
weiß weiß weiß weiß weiß weiß weiß weiß.
Der Käse den ich kaufen will ist aus,
wie das Pesto das ich mag, mit Paprika
und Hoffnung fehlt in den engen Gängen.
Ich werde nie einen Porsche 924 fahren.
(Nummer 10 aus 365, 2011)
>(Quelle: deadwriters)
Wieder hier stehen kannst Du nicht.
Dein Gesicht könnte verloren gehen,
wenn Dein Blick aus den Wolken fällt.
Könnte dein Ansehen nur blickdicht sein.
Dann wäre der Spiegel gegenüber blind.
Er ist es nicht.
Nimm’s hin, nimm’s hin.
So, Absatz.
Jetzt konzentrier dich auf die Falten,
sie sind die letzten Geschenke.
Schau auch ruhig ins Maul, niemand da.
Außer Dir,
und Deinen Ahnungen vom Nichts.
(Nummer 8 aus 365, 2010)
>Träume nach denen du strebst,
sie lassen Dich nicht mehr los.
Du kämpfst um sie wie ein Wolf,
lebst dein Leben nach ihrem Takt.
Erinnere Dich an die dunklen Nächte,
den Schweiß, die Hitze und Atemnot.
Woher nimmst Du Dein Vertrauen?
Greifst danach voller Kraft, jeden Tag,
strebst wie ein Baum zum Licht.
(Nummer 7 aus 365, 2010)
>Jedes Wort kann gespart werden!
Besinnung auf’s Wesentliche
bis zur Besinnungslosigkeit,
denn da redet’s sich prächtig.
Mächtig, mächtig die Rede,
von Lösungen und Rumms!
die Tür ist zu – Jammerlappen.
Den Mund nicht aufbekommen!
Zerronnen, wenn, wenn, wenn.
Das geht ja immer, manchmal.
Aber immer öfter, dann, dann
und wann, wann? Du Doppler!
Wiederholst die Ideen von denen
die niemand niemals haben will
von wegen, wieder nicht gespart
und Worte hast verschwendet.
Jetzt sind sie weg. Und was jetzt?
Hm? Komm schon, denk nach!
Denk nach links wenn Du willst.
Die letzte Zeile ist nur pro forma.
(Nummer 5 aus 365, 2010)
>Luftlinie von hier zu Dir
alles bebt
lieblich lieb ich
eben nicht
Wo finde ich hin und wieder
Bei Dir versteckt es sich
Versteckst Du auch mich?
Bitte.
(Nummer 4 aus 365, 2010)
>(Quelle: deadwriters)
Vor mir blieb sie stehen
Ihr blick auf mir
Und ich dachte wie es wäre
Sie bliebe stehen,
direkt vor mir
sie lächelte, sie ging
und ich dachte wie es wäre
sie ginge weiter
wegen mir
später traf ich sie
und ich fragte sie
wie es war
als sie vor mir stand
und sie lächelte
(2002)
>Ich schreibe keine Gedichte mehr,
hab ich aufgegeben,
hat nichts gebracht.
Nur peinlich berührt sein,
wenn man sie wiederfindet,
weil die Festplatte keinen Anstand hat.
Ändern kann man sich.
Irgendwann, kommt man nicht mehr hinterher,
wegzuschmeißen was man nicht mehr sein will.
(Nummer 3 aus 365, 2010)
>